BBQs round the World

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BBQs around the World

Grillsaison! Hurra! Überall wird gegrillt! Auf der ganzen Welt raucht und bruzzelt es  – und dabei gibt es sicher nicht nur Wurst und Schweinenackensteak.

Was kommt sonst noch bei dem Spiel mit dem Feuer auf den Rost? Ich hab mich für Euch in 10 Ländern umgeschaut – drum gibt es heute: Barbekü, Asado, Yakitori, Barbacoa, Braai und und und…

Couple at barbecue party

GRIECHENLAND

Souvlaki with french fries

Alles, was aus den (leider nicht mehr nur hiesigen) Meeren kommt, landet direkt auf dem Rost: Oktopus, Garnelen und Fisch – frischer geht’s nicht! Gegrillt wird mit Holzkohle, auf Gittern über der „Psestaria“, einem rechteckiger Grill oder natürlich gern am Spieß. Vor allem zu Ostern grillen die Griechen gern ganze Lämmer über der Glut. Kennt ihr natürlich, weil ziemlich lecker und auch bei uns überall zu haben sind Souvlaki, Spieße mit Lamm-, Zicklein oder Schweinefleisch, mariniert mit einer Mischung aus Salz, Oregano, Olivenöl und Zitrone. Beim klassischen Gyros dagegen, der griechischen Version des türkischen Kebabs, dreht sich gut gewürztes Lammfleisch am Drehspieß.

 

TÜRKEI

Doner Kebab / T?rkiye

Döner macht schöner! Wer hat’s erfunden? Ja wer wohl – die Türken habe das Grillen von dünnen Scheiben besten Lamm- oder Hammelfleischs am aufrechten Drehspieß in Bursa erfunden. Drum heißt unser Döner in der Türkei „Bursa Kebab“ oder auch „Iskender Kebab“, nach seinem Erfinder. Andere Kebab-Varianten die aber auf dem Rost liegen sind „Sis Kebab“ – Lammspieße, oder „Piliç Sis“ – Hähnchenspieße oder „Adana Kebab“ – Hackspieße. Für Vorspeisen und Salate grillt man auch gern Gemüse. Nur Schwein hat beim „Barbekü“ nichts verloren.

 

INDONESIEN

Barbeque pork ribs

Viele Inseln, viele Religionen, viele Grillspezialitäten: Im hinduistischen Bali gilt „Babi guling“, Spanferkel vom Spieß, als Gipfel der Genüsse. Auf den muslimisch geprägten Inseln pickst man auf Sate-Spießchen Stückchen vom Rind, Lamm, Meeresfrüchten oder Huhn und isst sie pikant gewürzt mit raffinierten Sauce, feurigem Sambal oder mit „Ketjap manis“, einer süßen Sojasauce. Gegrillt wird auf einer Glut von Kokoskohle, den Palmen sei Dank!

 

JAPAN

roasting teppanyaki

„Teppanyaki“ – schon mal gehört oder gar probiert? Sensationell! „Yaki“ heißt gegrillt oder gebraten. In japanische Grillrestaurants bruzzelt der Grillmeister fernöstliche Leckereien direkt vor dem Gast auf heißen Eisen- oder Stahlplatten, den „Teppan“. Wer die Gelegenheit dazu hat, sollte diese kunstvolle Show nicht verpassen. Aber auch mit glühenden Kohlen kennen sich die Japaner aus. Zumal ihnen dafür die beste und teuerste Holzkohle der Welt zur Verfügung steht: „Binchotan“ aus japanischer Steineiche. Sie brennt besonders heiß und annähernd rauchfrei. Benötigt wird sie zum Grillen von „Yakitori“, den beliebten Spießchen. Die werden im Restaurant auf einem langen, sehr schmalen Grill und zuhause auf dem „Hibachi“, einem Minigrill zubereitet.

 

AUSTRALIEN

Australien_Barbecue_Grillen

Picknickkorb und Kühlbox gefüllt und schon geht’s los – Barbecues sind in Australien sehr beliebt. So gut wie überall stehen Gasgrills in Parks oder auf Rastplätzen bereit, die sich mit einer Münze in Gang setzen lassen. Im Outback baut man sich seinen Grill aus Rost oder Eisenplatte und ein paar Steinen selbst, kein Thema. Bevorzugt landen Steaks, Würste und Seafood aller Art auf dem Grill. Wer in „Down Under“ zum „Barbie“ eingeladen wird, sollte dran denken, etwas mitzubringen (BYO ist geflügelte Kurzform für „bring your own“) – willkommen ist alles von ein paar Bier, Wein, Fleisch, Salat oder Kuchen…

 

SÜDAFRIKA

Group of people at lunch table outdoors, smiling, portrait

„Braai“ klingt nicht nach Grillen, ist es aber. In Südafrika grillen die Menschen mit Holz vom Kameldornbaum und am allerliebsten in Gesellschaft. Ist die Glut perfekt, landet auf dem Rost, was Land und Meer hergeben: Steaks von Rind und auch vom Strauß, Lamm und zarter Springbock und natürlich auch Fisch und Meeresfrüchte. Beliebt sind auch „Sosaties“, Fleischspieße und „Boerewors“, das sind mit Koriander, Nelken und Piment gewürzte Bratwurstschnecken. Ein Erlebnis ist der „National Braai Day“, am 24.September. Dann heißt’s landauf, landab „Let’s Braai“! Dieses gemeinsame BBQ soll jedes Jahr ein Zeichen setzten, dass Menschen einfach Menschen sind – egal welche Hautfarbe sie haben.

 

ARGENTINIEN

Traditional Argentine Asado

Groß muss es sein, sonst ist es nicht Argentinien! Schon spektakulär, wenn eine ganze Kuh oder ein Lamm stundenlang auf dem Grillkreuz hängt. In Argentinien grillt der „Asador“, der Grillmeister, das ganze Tier in großzügigem Abstand von der Glut. Dann bleibt das Fleisch schön saftig. Für die nötige Würze sorgt „Chimichurri, eine Marinade aus Olivenöl, Petersilie, Oregano, Chiliflocken, Knoblauch und Essig. Argentinien ist natürlich auch bekannt für seine Steaks, die auf rieseigen gusseisernen Rosts, sogenannten „Parrillas“ bruzzeln. Steht ein „Asado“, also ein Grillparty, hat so ein Rost schon mal unglaubliche Ausmaße von 1m auf 80 cm und mehr.

 

BRASILIEN

Picanha, traditional Brazilian barbecue.

Viele Brasilianer haben ihre eigene „Churrasqueira“: Einen gemauerten Grill mit Kamin, in dem lange, ordentlich gefüllte Spieße über brennender Holzkohle drehen. Aufgespießt wird vor allem „Picanha“, handtellergroße, mit grobem Salz bestreute Stücke aus Rinderhüfte, -lende oder Tafelspitz mit ordentlich Fett. Marinierte Hähnchenteile, Schweinerippchen, Hühnerherzen und „Salsichões“, grobe Schweinsbratwürste gehen bei bralisianischen Grillgelangen auch immer gut weg. Vor allem in Brasiliens Süden gehen die Leute auch gerne in Grillrestaurants „Churrasqueiras“ und lassen sich begrillen.

 

MEXIKO

authentic mexican barbacoa, carnitas and chicken tacos

„La Barbacoa“ hat mit Grillen wie bei uns nicht viel gemeinsam. Eher aber mit echten Barbecue, dem es vermutlich auch den Namen gab. Beim Barbacoa geht es um langsames, stundenlanges Garen bei geringer Hitze. Für eine mexikanische Barbacoa wird erstmal eine Grube ausgehoben. Auf den Boden kommen große Steine, über denen ein Holzfeuer entzündet wird. Darauf liegt das marinierte Fleisch, manchmal auch Gemüse, und wird mit Bananen- oder Agavenblättern bedeckt. Nach 4 bis 7 Stunden ist alles fertig und wird mit verschiedenen Salsas und Tortillas serviert.Australien_Barbecue_Grillen

 

KARIBIK

whole grill piglet pig on a roaster skewer outdoor

Sie stehen überall: ausgediente alte Ölfässer, in denen ein Feuer aus Pimentholz brennt. Darauf liegt scharf Mariniertes. Meist Huhn und Schweinefleisch gewürzt mit Pfeffer, Piment, Zimt, Muskat sowie höllisch scharfen Chilis … Jeder hat da seine eigene Mischung. Ganze entbeinte Schweine und aufgeklappte Hähnchen garen darauf langsam im Rauch – eine Szenerie, etwas sehr archaisches hat…

Bei mir werden heute Abend marokkanische Merguez aus Lamm und Rind und Chipulatas gewürzt mit schwarzen Oliven auf dem Grill landen. Dazu gibt es ein Taboulé und ein gutes Glas Rotwein… ein BBQ à la francaise also. Die Vorfreude steigt!

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Über den Author

cocosreisehunger

Reisen und Essen ist für mich die perfekte Verbindung. Meine Lieblingsspielwiese für neue Entdeckungen ist die Welt der Kulinarik bzw. die Kulinarik der Welt. Die Vielfalt der Geschmäcker ist grenzenlos, und das fasziniert mich. Ich liebe es an jedem Ort etwas Neues zu probieren, zu fragen, zu riechen, zu schmecken und Kochbücher zu wälzen. Ich lege Wert auf Qualität von Produkten sowie auf die Leidenschaft derer, die kochen. Das kann auf einer einfachen Berghütte, an einem Streetfood-Stand am Ende Asiens sein, genauso wie in einem hippen Restaurant in einer glitzernden Metropole.

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