Dieselbe Strecke, nur schneller vorbei? So entsteht der "Rückreise-Effekt"

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Gefühlt dauert die Hinreise immer viel länger als der Weg zurück

Dieses Phänomen kennt wirklich jeder: die Hinreise zieht sich schrecklich, man dachte irgendwie, das geht viel schneller und auf dem Rückweg kommt einem die Zeitspanne dann plötzlich deutlich kürzer vor. Und das obwohl die Strecken eigentlich identisch sind. Ob zweistündige Wandertour oder Flugreise um die halbe Welt scheint dabei keine Rolle zu spielen, wir sind gefühlt immer schneller wieder daheim als wir an unserem Ziel waren.

Japanischen Forschern an der Universität Kyōto ist es nun gelungen, diesem sogenannten „return trip effect“ (zu Deutsch: Rückreise-Effekt) auf den Grund zu gehen.

Den Weg nicht auf Anhieb zu finden, macht besonders die Anreise oft noch anstrengender

Den Weg nicht auf Anhieb zu finden macht besonders die Anreise oft noch anstrengender

Für ihre Studie liesen sie zwei Gruppen an Probanden einen virtuellen Spaziergang erleben. Die eine Hälfte der Versuchspersonen legte so in zwei 20-minütigen Filmen dieselbe Strecke zurück – einmal hin und einmal wieder zurück, während die andere einen Rundweg abschritt. Sie wurden gebeten, dabei rein aus dem Gefühl heraus abzuschätzen, wann jeweils drei Minuten vergangen sind.

Damit war die Existenz des Rückreise-Effekts bewiesen, denn die Versuchspersonen schätzten nur den Rückweg auf der identischen Strecke deutlich kürzer ein, beim Rundweg erschien ihnen dieser gleich lang. Bei der Begründung dafür scheiden sich allerdings die Geister. Eine Studie aus dem Jahr 2011, durchführt vom Niederländer Niels van de Ven mit 350 Probanden geht davon aus, dass wir an den Rückweg einfach mit ganz anderen Erwartungen herangehen. Wenn wir auf der Hinreise eher zu übertriebenem Optimismus neigen und uns der Weg auch aus Vorfreude viel zu lang erscheint, machen wir uns beim Rückweg quasi auf das Schlimmste gefasst.

Kaum ist man angekommen, vergisst man schnell, wie lange die Anreise war

Kaum ist man angekommen, vergisst man schnell, wie lange die Anreise war

Die japanischen Forscher allerdings zogen einen ganz anderen Schluss. Glaubt man ihren Ergebnissen, ist dieser Effekt einzig und allein unserem Gedächtnis zu verdanken, das Erlebnisse im Nachhinein einfach kürzt. Das erscheint einleuchtend, wenn man daran denkt, wie kurz einem abends oft ein noch so langer Tag vorkommt oder wie sehr andere Erinnerungen zeitlich gerafft werden. Im Klartext: wir können uns einfach nicht mehr wirklich daran erinnern, wie lange der Hinweg tatsächlich war.

Doch egal welche Begründung man vorzieht – eins hilft ganz bestimmt, wenn die Fahrt an den See oder zum Urlaubsziel wieder viel länger dauert, als gedacht: die Reisezeit im Voraus eher pessimistisch einzuschätzen entspannt ungemein.

#happyweekend

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