Kaffeehäuser in Prag

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Prunkvolle Kaffeehäuser in Prag   

Kaffee ist hipp. Heute gibt es dennoch keinen coolen Cold-Brew sondern, prunkvollen Prachtkaffee in 5 eindrucksvollen Kaffeehäusern in Prag.

Ja Prag! Wien kann ja jeder. Und Prag hat ebenso seine wunderschönen, altehrwürdige Kaffeehäuser, die Wien oder Paris in nichts nachstehen. Ein bisschen Prinzessinnen-Feeling in goldener Oma-Atmosphäre ist doch im Winter auch mal schön.

Nirgendwo sonst kann man sich besser vom Sightseeing erholen und Leute beobachten. Nirgendwo sonst kann man in der murmelnden Ruhe dieser bemerkenswerten Gebäude ihren Charme auf sich wirken und sich in den Bann ihrer langen Geschichte ziehen lassen.

Nach dem zweiten Weltkrieg und dem anschließenden kommunistischen Regime gerieten viele der historischen Kaffeehäuser in Prag in Vergessenheit. Ein Glück, dass die Prager den Wert ihres Erbes erkannten und vor ein paar Jahrzehnten ihre wunderschönen Art-Deco und Jugendstil-Häuser mit den alten Cafés mit Stil und Liebe renoviert und so am Leben erhalten haben.

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Café Louvre

Auf den Spuren von Kafka und Albert Einstein starten wir im Café Louvre an der Národní 22, das es schon seit 1902 gibt. Es war bis zum 2. Weltkrieg ein beliebter Treff von Intellektuellen, Philosophen, Künstlern und Damen der Oberschicht, die die Emanzipation auf den Weg brachten. Bei Prag-Touristen ist es nicht so bekannt, liegt es doch im ersten Stock und ist daher nicht gleich zu sehen. Das imposante Lokal teilt sich in ein Restaurant und das Café. Hier treffen sich heute die Prager zum Frühstück, Lunch, zu Kaffee und Kuchen, auf ein Bier zur Zeitung oder zu Dinner und Drinks. Manche sitzen bei einer Partie Schach oder schieben eine ruhige Kugel an einem der vier Billardtische im Nachbarzimmer.

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Grand Café Orient

Ein bisschen schräg ist es vielleicht ausgerechnet wegen der Geradlinigkeit des Kubismus: Das Grand Café Orient im „Haus zur schwarzen Mutter Gottes“. Kubismus, Art-Deco und minzgrün – das sind meine Stichworte zu diesem Prager Kaffeehaus. Das Café wurde Anfang des 20. Jahrhunderts nur 10 Jahre bewirtschaftet, dann war der Kubismus schon wieder total out. Nach 80 Jahren hat man es aus seinem Dornröschenschlaf erweckt und originalgetreu renoviert. Am besten genießt man dieses wirklich einzigartige kubistische Ambiente mit Live-Piano-Untermalung von Mittwoch bis Sonntag ab 16:00, verspeist dazu einem runden Pfannkuchen und eine der vielen Kaffeespezialitäten. So kann der Kubismus auf einen wirken, und – bewundernd oder belustigt – das Auge an den Lampenschirmen hängen bleiben.

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Café Obecní dům

Ein weiteres Kaffeehaus-Schmuckstück in Prag, das im vergangenen Jahrhundert Zentrum des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens war, liegt im ehemaligen Rathaus in der Náměstí Republiky 5. Das Kavárna Obecní dům lädt ein zu feinen Kuchen- und Tortenspezialitäten. Auch hier lässt es sich verweilen. Man sollte sich unbedingt einen Moment Zeit nehmen, den Geist der zwanziger Jahre in sich aufzusaugen. Kronleuchter, Marmorbrunnen und Wandgemälde schaffen ein eindrucksvolles Jugendstil-Ambiente. Auf der Terrasse vor dem Haus, kann man bei schönem Wetter Prag anhimmeln und vielleicht vergessen in welcher Zeit man gerade ist.
Doch zack – beim Blick auf die Map im Smartphone ist das 21. Jahrhundert wieder da, und weiter geht es ins nächste Kaffeehaus.

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Café Savoy

Unter einem opulenten Deckengemälde der Neurenaissance und einem glitzernden Kronleuchter erstrahlt als nächster Prachtort das Café Savoy in der Vítězná 124/5. Zu dem wunderschönen Ensemble vom Ende des 19. Jahrhunderts gehören ein Gourmet-Restaurant, das Café mit feinster Patisserie und eine Vinothek. Im Café lässt die Teekarte mit 50 Tees sicher keine Wünsche offen, genauso wenig wie die Tortenauswahl. Die Herstellung der süßen, kunstvollen Backwerke können Café-Besucher durch eine Glaswand beobachten. Sie gibt den Blick frei in die Backstube im Untergeschoss. Ja, wer könnte hier einem Stück Torte widerstehen?

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Café Imperial

Von außen ist der Eingang eher unscheinbar, doch dann: BÄNG! Die Renovierung hat 2007 einen Schatz zu Tage befördert. Überladen ist es, das Café Imperial: kunstvoll geschnitzte, beigefarbene Jugendstil-Kacheln und -Malereien zieren Wände und Decke. Umrahmt von goldenen Raffrollos erschlägt einen schier die güldene Pracht. Auch das Wasser im Bad fließt königlich aus goldenen Schwanenschnäbeln und nicht aus gewöhnlichen Hähnen. Doch das Publikum ist ganz normal: Hier trinken Touristen neben Pragern, Studenten neben Rentnern morgens ihren Kaffee, frühstücken, bleiben, kommen abends zum Bier, Wein oder der ein oder anderen erlesenen Spirituose. Dazu gibt es typisch tschechische Kaffeehaus-Spezialitäten (unbedingt probieren: die Torte Imperial) und feine Speisen mit der Handschrift des Küchenchefs. Das Café Imperial im gleichnamigen Hotel zählt zu den prächtigsten Kaffeehäusern von Prag. Kaum zu glauben, dass ausgerechnet hier feierlustige Engländer in den 90ger Jahren Donut-Schlachten veranstaltet haben.

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Über den Author

cocosreisehunger

Reisen und Essen ist für mich die perfekte Verbindung. Meine Lieblingsspielwiese für neue Entdeckungen ist die Welt der Kulinarik bzw. die Kulinarik der Welt. Die Vielfalt der Geschmäcker ist grenzenlos, und das fasziniert mich. Ich liebe es an jedem Ort etwas Neues zu probieren, zu fragen, zu riechen, zu schmecken und Kochbücher zu wälzen. Ich lege Wert auf Qualität von Produkten sowie auf die Leidenschaft derer, die kochen. Das kann auf einer einfachen Berghütte, an einem Streetfood-Stand am Ende Asiens sein, genauso wie in einem hippen Restaurant in einer glitzernden Metropole.

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