Silvesteressen rund um den Globus

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Inzwischen darf man ja die Frage nach der Silvesterfeier stellen… Habt ihr schon Pläne? Immerhin in 2 Wochen ist es soweit. Überall auf der Welt knallen Korken und Silvesterraketen.

Silvester_freunde_drinks_party

Und überall auf der Welt gibt es traditionelle Gerichte und Köstlichkeiten am letzten Tag des Jahres.

Los geht das Spektakel in der Südsee, genauer auf Kiribati. Bei uns ist es gerade mal 11:00 Uhr, da wird dort auf Grund der besonderen Lage an der Datumsgrenze in jeder Bar, an jedem Strand auch wirklich intensiv gefeiert.

Weiter geht’s in Bikini und Badehose um 14:00 in Sydney. Leute, hier ist Sommer! Die Party ist draußen! Gewöhnlich treffen sich die Sydneysider zu einem Barbecue im Garten oder zu einem Picknick am Strand. Jeder bringt was, was Spaß macht: Garnelen, Austern und anderes, edles Meeresgetier, und natürlich auch Fleisch in rauen Mengen. Die große Party steigt dann rund um den Hafen. Ein Riesenfeuerwerk lässt der Habour Bridge gleichsam die Haare zu Berge stehen.

bbq garden party

Um 16:00 ist’s in Japan soweit: Hier werden Soba Nudelgerichte in allen Variationen serviert. Wehe man zerkleinert die langen Buchweizennudeln. Sie symbolisieren ein langes Leben. Vor Mitternacht muss jeder sein Schälchen leer gegessen haben, sonst bringt es Unglück. Also, solange beim Kochen nichts schief gegangen ist, ist langes Leben & Glück in Japan leicht zu erreichen.

Soba noodle

Gleich mal eins vorweg: In Russland sollte man trinkfest sein. Als Grundlage gibt es nach altem Brauch Fisch- und Fleischsülzen sowie einen Schichtsalat aus Matjes und Rote Beete, der übersetzt den lustigen Namen „Hering unter dem Pelzmantel“ trägt. Und danach gibt’s für die Erwachsenen einen eisgekühlten Wodka und hinterher Weißbrot mit Kaviar und das Ganze nochmal und nochmal und…

Salat_Russland_essen

Drei Stunden später sind wir in Mitteleuropa an der Reihe.
In Dänemark gehört für viele Menschen eine Angel und für quaso alle ein Aquavit, also einen „Snaps“ mit z.B, Dill oder Kümmel aromatisiert, zur Grundausstattung. Als Silvesteressen gibt es möglichst selbst gefangenen, getrockneten Stockfisch und dazu Aquavit in rauen Mengen. Kurz vor 12 steigen dann die Dänen auf die Stühle, zählen den Coutdown zusammen runter und springen gemeinsam ins neue Jahr. Das bringt Glück und Gesundheit … und sicher noch einen Aquavit.

Daenemark_essen_fisch_sweden

Im Genussland Frankreich steht das Böllern absolut im Hintergrund. Viel lieber wird hier im Kreise von Freunden und Familie an großen, reich gedeckten Tischen geschlemmt: Foie Gras (Gänsestopfleber), Hummer und Austern stehen neben Terrinen und Käsen zu Auswahl. Dazu feine Weine und spätestens um Mitternacht ist Zeit für das ein oder andere Gläschen Champagner. Santé!

Austern_Essen_Frankreich

Auch in Spanien wird ausgiebig in großer Runde ein Abendessen zelebriert. Um Mitternacht aber sind dann alle Spanier auf der Plaza und haben folgendes dabei: rote Unterwäsche, einen goldenen Ring, Sekt und jeder 12 Weintrauben. Wenn kurz vor Mitternacht die Kirchenglocken 12 mal alle 3 Sekunden da neue Jahr einläuten, muss bei jedem Glockenschlag eine Traube verspeist werden. Dabei kann man sich dann etwas wünschen. Bis zum 12. Glockenschlag müssen alle Trauben verzehrt sein, sonst … oh oh oh. Der goldene Ring kommt ins Sektglas und soll Glück bringen, die rote Unterwäsche hoffentlich Glück in der Liebe.

Spanien_Neujahr_Trauben

 

Und was kochen die Amerikaner traditionell zum Essen an Silvester? Linsen! Linsen sehen ein bisschen aus wie Geldstücke und sollen daher Wohlstand und Glück bringen. Daher kommen in den USA Linsengerichte auf den Tisch.

USA_essen_neujahr

In Brasilien ist der Aberglaube kaum zu überbieten. Hier spielen nicht nur Höschenfarbe (z.B. geld = Reichtum, blau = Gelassenheit) und Kleiderfarbe (weiß – für alles Positive im neuen Jahr) eine Rolle, auch bei den Zutaten für die Feier ist Vorsicht geboten. Federvieh, das auch rückwärts laufen kann, also z.B. Enten und Hühner, darf an Silvester nicht im Festmahl vorkommen. Schließlich soll es ja vorwärts gehen im neuen Jahr. Dafür ist es ratsam um Mitternacht aus 7 Granatapfelfruchtstücken die Kerne rauslutschen und dann im Geldbeutel aufbewahren, am besten zusammen mit einem Lorbeerblatt.

Brasilien_feuerwerk_neujahr_silvester

Und um 11 Uhr vom 1. Januar, wenn wir gerade anfangen unseren Kater zu kurieren, stoßen dann die Menschen auf Hawaii auf 2016 an. Jetzt sind alle angekommen im neue Jahr!

Mit einer Ausnahme: China! Die sind wirklich als allerletztes dran. Nach dem Mondkalender beginnt am 9. Februar 2016 das Jahr des Feuer-Affen. Die Chinesen folgen bei ihrem Essen zum Jahreswechsel einem alten Aberglauben. Traditionell kommt ein ganzer Fisch auf den Teller. Das verspricht Glück und Überfluss. Jaozi, also Ravioli aus dem Reich der Mitte mit Hack oder Gemüse gefüllt, dürfen an diesem Tag auch nicht fehlen.

Und was gibt’s bei mir? Ich werde Silvester auf einer kleinen Hütte in den Bergen in der Nähe des Mont Blanc sein und meiner eigenen Tradition folgend ein feines Käsefondue aus Emmentaler, Vacherin und Gruyère mit einem Hauch Knoblauch und einem Schuss Kirschwasser zubereiten. Dazu backen wir Baguette im Holzofen, und es wird sicher jede Menge Wein geben. Die Vorfreude steigt!

Kaese_fondue_silvester_essen

Habt ihr auch Silvester-Vorlieben? Ich bin gespannt! Und wenn Ihr Silvester im Urlaub seid, freu ich mich über Eure kulinarischen Entdeckungen!

Ich wünsche Euch ein gutes neues Jahr! Viele schöne Reisen und Speisen und immer neugierig bleiben in 2016!

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Über den Author

cocosreisehunger

Reisen und Essen ist für mich die perfekte Verbindung. Meine Lieblingsspielwiese für neue Entdeckungen ist die Welt der Kulinarik bzw. die Kulinarik der Welt. Die Vielfalt der Geschmäcker ist grenzenlos, und das fasziniert mich. Ich liebe es an jedem Ort etwas Neues zu probieren, zu fragen, zu riechen, zu schmecken und Kochbücher zu wälzen. Ich lege Wert auf Qualität von Produkten sowie auf die Leidenschaft derer, die kochen. Das kann auf einer einfachen Berghütte, an einem Streetfood-Stand am Ende Asiens sein, genauso wie in einem hippen Restaurant in einer glitzernden Metropole.

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